Warum private Hausbesitzer am Fördersystem scheitern

Spätestens seit der Einführung der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) im Jahr 2021 sind Fördermittel zur energetischen Gebäudesanierung oder zum klimafreundlichen Neubau für viele Hausbesitzer eine attraktive Finanzierungshilfe. Interessenten stoßen allerdings bereits bei ersten Online-Recherchen an ihre Grenzen. Oftmals wird suggeriert, die Möglichkeit zur Inanspruchnahme von Fördermitteln bestünde für jegliche energetischen Sanierungsmaßnahmen - ungeachtet technischer Mindestanforderungen - und die Antragstellung sei über Portale in wenigen Mausklicks möglich. Die Realität zeichnet allerdings ein anderes Bild.

Intransparenz – ein System ohne klare Struktur

Die grundsätzlich zu begrüßenden Förderprogramme zur Unterstützung von Gebäudeeigentümern sind für Laien nur schwer verständlich. Eine erste Herausforderung stellt die Auswahl der richtigen Institution zur Beantragung der Fördermittel dar. Bundesfördermittel vergeben unterschiedliche Stellen: das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) sowie die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) – jede Institution für bestimmte Sanierungsbereiche. 

Weiterhin kommen unterschiedliche Förderlogiken, d.h. Förderkriterien und Zielvorgaben, zur Anwendung. So können prozentuale Zuschüsse für einzelne Sanierungsmaßnahmen oder Förderkredite für Neubauten sowie Komplettsanierungen beantragt werden. Für potenzielle Antragsteller ist oftmals schwer zu verstehen, wann welche Institution zuständig ist und welche Förderung zielführend erscheint.

Komplexität – Förderung ist an Bedingungen geknüpft, die kaum jemand kennt

Ob technische Mindestanforderungen, der Zeitpunkt der Antragstellung oder Nachweise für die Bewilligung des Antrags – die Voraussetzungen für einen positiven Zuwendungsbescheid sind vielfältig und Bescheide bei fehlerhaften oder unvollständigen Eingaben oft irreversibel. Dass eine Förderung nur beansprucht werden kann, wenn der gesetzliche Mindeststandard überschritten wird, ist weitestgehend bekannt. Nur wenige wissen hingegen, dass die technischen Mindestanforderungen in den meisten Fällen nicht durch ein Fachunternehmen, sondern durch eine zertifizierte unabhängige Kontrollinstanz – den Energieeffizienz-Experten – nachgewiesen werden müssen.

Auch wenn die unabhängige Kontrollinstanz zur Sicherstellung technischer und fördermittelrechtlicher Anforderungen zu begrüßen ist, führt sie doch zu einer weiteren Schnittstelle, die die Komplexität der Antragstellung erhöht. Zudem sind Fördermittel oft an Fachdienstleistungen gebunden, die - wenn auch qualitätssteigernd und häufig selbst förderfähig – das Förderungsgesuch weiter verkomplizieren. 

Und selbst wenn die technischen Mindestanforderungen eingehalten und die Fachplanungsleistungen erbracht wurden, gilt es weiterhin, eine bestimmte Reihenfolge von Abläufen im Antragsprozess einzuhalten, um abschlägige Bescheide zu vermeiden.

Realität – Warum Eigentümer ohne Experten scheitern

Fehlinterpretationen der Förderbedingungen, ein unkoordinierter Ablauf im Antragsprozess und die Missachtung technischer Mindestanforderungen sind Fehlerquellen, die für Antragsteller kaum zu kontrollieren sind. Die strikten Voraussetzungen sorgen einerseits für eine hohe Qualität in der Bauausführung und die Sicherstellung der ordnungsgemäßen Fördermittelverwendung, machen andererseits jedoch auch die Begleitung durch einen Experten nahezu zwingend erforderlich.

Dieser sorgt für die Einhaltung der Förderbedingungen und kontrolliert den Ausführungsprozess, sodass die Fördermittel letzten Endes auch ausgezahlt werden.

Konsequenz – Ohne Struktur keine Förderung

Deutlich wird: Der Antragsprozess kann nicht erst mit der Antragstellung beginnen. Die vorgenannten Anforderungen setzen eine fundierte Beratung bereits im frühen Planungsstadium voraus, beispielsweise durch die Erstellung eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP). Dieser gibt nicht nur eine Struktur vor, sondern impliziert zudem eine zielgerichtete Fördermittelberatung.

Im Internet locken günstige Online-Anbieter mit digitaler Unterstützung bei der Antragstellung. Die Praxis zeigt jedoch: Nur eine fachkompetente Planung und strukturierte Begleitung vor Ort führen realiter zur sicheren Auszahlung von Fördermitteln.

Fazit – Fördermittel nutzen, aber mit System

Die Komplexität der Förderlandschaft macht die Inanspruchnahme von Fördermitteln nicht weniger attraktiv, aber beratungsintensiv. Qualifizierte Beratung und fachliche Begleitung sorgen für ein technisch sauberes Endresultat.

Durch die frühzeitige Einbindung eines Energieeffizienz-Experten können Förderpotenziale optimal genutzt und Fördermittel sicher in Anspruch genommen werden. 

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Umsetzung von Sanierungsmaßnahmen: Synergien zwischen Planung und Ausführung