Sanierungsfahrplan (iSFP): Ablauf, Kosten und Förderung
(Aktualisiert im Juli 2026 – neue Förderbedingungen ab 21.07.2026)
Sie möchten einen unsanierten Altbau oder eine in die Jahre gekommene Immobilie sanieren, wissen aber nicht, wo Sie anfangen sollen? Zuerst das Dach, die Fassade oder doch die Heizung? Genau hier setzt der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) an. Er zeigt Ihnen den ökonomisch und energetisch sinnvollsten Weg durch Ihre Sanierung und eröffnet optimierte Förderpotenziale für Ihr Projekt.
Was ist ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP)?
Der individuelle Sanierungsfahrplan ist ein auf Ihr Gebäude zugeschnittenes Konzept, um dieses Schritt für Schritt energetisch zu modernisieren. Er ist das Ergebnis einer geförderten Energieberatung: Der energetische Ist-Zustand Ihres Gebäudes wird aufgenommen und aufeinander abgestimmte Sanierungsmaßnahmen entwickelt, mit denen Sie langfristig einen Effizienzhausstandard erreichen können.
Konkret erhalten Sie am Ende zwei Dokumente: Der eigentliche Sanierungsfahrplan fasst die empfohlenen Maßnahmen mit ihrem zeitlichen Ablauf, den Kosten und den Einsparpotenzialen übersichtlich zusammen. Das zweite Dokument, die Umsetzungshilfe, liefert die technischen Details und wichtige Informationen zu Ihrem Gebäude, etwa zu Dämmstoffdicken oder zur Wärmeleitfähigkeit der Materialien, mit denen Sie später gezielt Handwerksangebote einholen können.
Abgestimmt wird der Fahrplan zudem auf Ihr persönliches Nutzungsverhalten. Im Rahmen einer geförderten Energieberatung mit individuellem Sanierungsfahrplan werden Ihnen die Ergebnisse abschließend von einem zertifizierten Energieberater vorgestellt.
Wichtig: Der iSFP verpflichtet Sie nicht zur Umsetzung einer der Maßnahmen. Er ist eine Orientierung – Sie entscheiden, ob, wann und in welchem Tempo Sie einzelne vorgeschlagene Maßnahmen oder den gesamten Sanierungsfahrplan umsetzen.
Ältere Häuser und Altbauten sanieren: Warum Sanieren mit Köpfchen Geld spart
Bei der Sanierung älterer Gebäude ist die größte Hürde oft nicht die einzelne Maßnahme an sich, sondern eine kluge Reihenfolge der Umsetzung einzelner Maßnahmen zum geeigneten Zeitpunkt. Nicht gut aufeinander abgestimmte Maßnahmen können Geld kosten, das sich vermeiden ließe.
Ein anschauliches Beispiel: Wer zuerst eine neue Heizung einbaut und erst Jahre später die Gebäudehülle dämmt, lässt die Heizung für ein noch ungedämmtes Haus auslegen. Nach der späteren Dämmung benötigt das Gebäude deutlich weniger Wärme. Die Heizung ist dann überdimensioniert, wurde zu teuer angeschafft und arbeitet im Betrieb weniger effizient.
Der iSFP soll genau solche Fehlinvestitionen durch eine sinnvolle Planung verhindern. Er stellt die wirksamsten Maßnahmen an den Beginn, berücksichtigt spätere Schritte jedoch schon heute und optimiert das Gesamtvorhaben energetisch wie finanziell. Statt aus dem Bauch heraus zu sanieren, haben Sie einen belastbaren Plan und vermeiden ein schlechtes Kosten-Nutzen-Verhältnis.
Ablauf: Wie ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) entsteht
Zunächst treten Sie mit einem beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zugelassenen Energieberater in Kontakt. Bevor die Beratung beginnt, wird der Förderantrag beim BAFA gestellt. In der Regel übernimmt der Energieberater die Antragstellung, sofern Sie ihn hierzu bevollmächtigen.
Anschließend wird das Gebäude begangen, der Ist-Zustand aufgenommen und gemeinsam mit Ihnen die passende Sanierungsstrategie festgelegt. Daraus entsteht Ihr fertiger Sanierungsfahrplan, der Ihnen abschließend erläutert und übergeben wird.
Welche Förderung kann für das Anfertigen eines iSFP in Anspruch genommen werden – und was bringt er mir?
Der finanzielle Vorteil des iSFP besteht aus zwei Bausteinen. Seit der BEG-Reform zum 21. Juli 2026 hat sich dabei die Berechnung des zweiten Bausteins, des iSFP-Bonus, spürbar geändert.
Förderung der Energieberatung
Das BAFA fördert die Erstellung des iSFP mit 50 Prozent des Beratungshonorars – bis zu 650 Euro bei einer oder zwei Wohneinheiten und bis zu 850 Euro bei Wohngebäuden ab drei Wohneinheiten.
Zusätzliche Förderung für Sanierungsmaßnahmen – neue Berechnung ab 21.07.2026
Der zweite und eigentlich entscheidende Baustein ist nach wie vor die höhere Förderung, die Sie mit iSFP bei der späteren Sanierung freischalten. Zwei Dinge bleiben dabei unverändert: Setzen Sie eine im Fahrplan empfohlene Maßnahme an der Gebäudehülle um, steigt der Fördersatz weiterhin von 15 auf 20 Prozent, und die förderfähige Höchstsumme verdoppelt sich weiterhin durch den iSFP.
Neu ist, worauf sich diese Verdopplung und der Bonus beziehen. Ohne iSFP liegen die maximal förderfähigen Kosten bei 30.000 Euro für die erste Wohneinheit, bei jeweils 15.000 Euro für die 2. bis 6. Wohneinheit und bei jeweils 8.000 Euro ab der 7. Wohneinheit. Mit iSFP verdoppeln sich diese Beträge auf 60.000, 30.000 beziehungsweise 15.000 Euro pro Wohneinheit.
Der entscheidende Unterschied zur bisherigen Regelung: Die zusätzlichen 5 Prozentpunkte des iSFP-Bonus (also der Sprung von 15 auf 20 Prozent) gelten künftig nur noch für den Kostenanteil, der über die Höchstsumme ohne iSFP hinausgeht. Für die Kosten bis zu dieser Grenze bleibt es bei der regulären Förderung von 15 Prozent.
Mehr als nur Energiekosten: die unterschätzten Vorteile
Ein guter Sanierungsfahrplan denkt über die reine Energieeinsparung hinaus. Viele Maßnahmen bringen Vorteile mit sich, die auf den ersten Blick nicht offensichtlich sind: ein angenehmeres Raumklima, ein besserer Schutz vor sommerlicher Hitze, mehr Schallschutz, ein höherer Immobilienwert sowie Aspekte wie Einbruchschutz oder barrierefreies Wohnen.
Der iSFP macht diese zusätzlichen Effekte sichtbar, sodass Sie bei jeder Entscheidung das Gesamtbild im Blick behalten.
Für wen lohnt sich ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP)?
Grundsätzlich profitiert jedes sanierungsbedürftige Bestandsgebäude von einem iSFP. Den größten Hebel entfaltet er dort, wo mehrere Wohneinheiten zusammenkommen, also bei Mehrfamilienhäusern und Wohnungseigentümergemeinschaften, sowie bei größer angelegten Sanierungsvorhaben.
Denn die erweiterte Förderobergrenze gilt pro Wohneinheit: Je mehr Einheiten ein Gebäude umfasst, desto höher fällt das freigeschaltete Förderbudget aus. Eine gute fachliche Planung entscheidet zunehmend darüber, wie weit sich dieses Budget ausschöpfen lässt.
Als Ingenieurbüro mit Schwerpunkt auf der Energieberatung hat sich unser Büro auf größere Wohngebäude, Wohngebäudekomplexe und Nichtwohngebäude spezialisiert – jedoch nicht ausschließlich. Ob Mehrfamilienhaus, Eigentümergemeinschaft oder einzelnes Wohnhaus: Bei jedem Projekt verfolgen wir dasselbe Ziel – das volle Förder- und Einsparpotenzial Ihres Gebäudes auszuschöpfen.
Fazit: Mit einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) sinnvoll sanieren
Ein individueller Sanierungsfahrplan beantwortet die wichtigste Frage jeder Sanierung schon zu Beginn: Was zuerst, was später – und warum? Er bewahrt Sie vor unnötigen Mehrkosten durch eine schlecht abgestimmte Reihenfolge, macht Kosten und Einsparungen transparent und hebt Ihre Förderung bei größer angelegten Vorhaben spürbar an.
Mit der Förderreform zum 21. Juli 2026 wurde die Berechnung des iSFP-Bonus präzisiert: Die zusätzlichen 5 Prozentpunkte greifen jetzt gezielt bei dem Kostenanteil, der über die reguläre Förderobergrenze hinausgeht. Damit ist der iSFP nach wie vor der wirtschaftlich sinnvolle erste Schritt vor jeder Sanierungsmaßnahme – eine vorausschauende, professionell begleitete Planung gewinnt noch mehr an Bedeutung.
Als beim BAFA gelistete Energieeffizienz-Experten unterstützen wir Sie gerne – von der Antragstellung über die Bewertung Ihres Gebäudes bis zum fertigen Fahrplan, inklusive einer maßgeschneiderten Strategie, mit der Sie die neue Förderlogik optimal für Ihr Projekt nutzen. Sie erhalten Expertise aus einer Hand, eine kompetente Betreuung vor Ort und müssen sich nicht selbst durch den Förderdschungel arbeiten. Rufen Sie uns an und lassen Sie sich unverbindlich beraten.